Bewegung im Freien – Zufriedene Kinder

Draussen scheint die Sonne, es ist wunderbares Wetter, die Natur lockt uns mit ihrer Farbenpracht nach draussen. Wir Eltern beschliessen eine Wanderung zu unternehmen und die Begeisterung bei den Kindern hält sich bei der frohen Verkündigung des Planes in Grenzen. Genauer gesagt, sie ist überhaupt nicht vorhanden. Ein wenig chillen auf dem Liegestuhl, Hörbuch hören auf dem Sofa oder kreative Lego-Baupläne entlocken den Kindern mehr Freude. Gesagt, getan, mit viel Ach und Krach wird motiviert, gepackt und gestartet. Wir Eltern werden von mauligen Kindern begleitet, nach zehn Minuten schmerzt ein Fuss, kurz danach hat ein anderes Kind Durst. Dieses Spiel geht weiter mit kleinen Streitereien unter den Kids. Super, genau so friedlich haben wir Eltern uns das vorgestellt. Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir spätestens jetzt den Rückzug antreten und das Projekt «Wandern» in den Keller sperren. Zum Glück durften wir die Erfahrung machen, dass die schwierige Startphase nur etwa eine halbe Stunde dauert und sich durch nicht anteilnehmende Eltern in Luft auflöst. Die Kinder beginnen sich ans Laufen zu gewöhnen, es beginnt Spass zu machen, sich mit den Eltern und Geschwistern zu unterhalten. Oder die Kinder lernen, sich mit kleinen Rate-Spielen abzulenken. Daher wissen wir, Wandern mit Kindern braucht viel Optimismus und am Anfang viel Nerven.

Für gelungene Wandertouren sind sicherlich spannende Wege zu wählen. Jedoch dürfen die Wege auch für Kinder herausfordernd sein. Zwischendurch im Frühling mal über Schnee zu stapfen, steile Waldpfade zu erklimmen, sich an Wurzeln hoch ziehen zu müssen oder auch mal auf dem Hosenboden runterzupurzeln. Das alles macht Kindern Spass und lockt sie aus ihren Reserven. Zudem kann so die Familie zusammenwachsen, denn bei etwas herausfordernden Wegen sind alle aufeinander angewiesen.

Draussen geniessen

Liebe geht durch den Magen. Das ist auch bei Wanderungen dasselbe. Ein gepackter Rucksack mit leckerem Picknick motiviert und erfreut die Kinder. Zudem sind mehrere, dafür kürzere Pausen am Anfang sehr empfehlenswert.

Was bei uns im Rucksack immer dabei ist, ist ein einfaches Seil. Damit wurde schon eine lange Wanderung einfacher, wenn sich die Kleinsten von den Grösseren ziehen konnten, oder eine Pause wurde mit spannenden Spielen unvergesslich. Das Seil gibt den Kindern enorm viel Möglichkeit sich zu entfalten. Dabei ist es für die meisten Kinder selbsterklärend und wird sofort als Spielobjekt anerkannt und geliebt.

Schnur und Sackmesser sind unser steter Begleiter. An einem Bach können die Kinder aus kleinen Stäckli Flosse basteln, mit Tannenzapfen können sie Girlanden kreieren und dank Kinderphantasie entstehen mit Moos und Rinde wunderbare Elfen-Häuser. Wir Eltern können den Kindern den richtigen Umgang mit dem Sackmesser lernen und sie so ins Schnitzen einführen. Einen einfachen Stecken schnitzen, um am Mittag die Bratwurst zu braten, das begeistert und motiviert Kinder.

Schon oft wurde eine geplante zweistündige Wanderung gewollt verlängert. Bei der Rückkehr wird dann das Chillen oder Lego-Spielen viel intensiver genossen und zelebriert. Am Abend ist die Bettzeremonie kurz und schmerzlos, denn Müdigkeit ist garantiert.

Los, ab nach draussen mit diesen unverzichtbaren Begleitern