Wie kommst du zu einer bahnbrechenden Idee?

Wer kennt es nicht, man zermartert sich das Hirn, weil man unbedingt eine zündende Idee braucht und plötzlich ist der Kopf wie leergefegt - nichts geht mehr! Genau da setzen verschiedene Kreativitätstechniken an. Egal, ob ein neuer Werbeslogan her muss oder grundlegende Prozesse neu überdacht werden sollen. Kreativitätstechniken helfen deinen Ideen auf den Sprung und sind oft die perfekten Problemlöser. Was es dabei jenseits von Brainstorming und Mindmapping noch gibt, zeigen wir dir hier.

1. Die FlipFlop- oder auch Kopfstandtechnik

Stell die Frage, auf die du eine Antwort suchst, doch einfach mal auf den Kopf. Klingt zwar ungewöhnlich, aber genau das erlaubt dir einen Perspektivenwechsel und kann so gut zur Lösung beitragen. Statt beispielsweise zu fragen, «wie machen wir am meisten Umsatz?», fragen doch einfach mal, «wie verlieren wir am schnellsten Geld?». Dabei darfst du auch völlig bizarr denken, das gibt deiner Kreativität einen Extraschub. Schnell kristallisieren sich die bedeutsamen Faktoren raus, die du im nächsten Schritt dann wieder in ihr Gegenteil umkehrst und so der Lösung der ursprünglichen Frage Schritt für Schritt näherkommst.

2. Die 5-Why-Methode

Diese Methode ist perfekt geeignet, wenn man zum wesentlichen Kern eines Problems vorstossen möchte. Dazu werden fünf aufeinanderfolgende Warum-Fragen gestellt, mit denen man stufenweise versucht, zur Wurzel des Problems vorzudringen. Erfunden wurde die Methode übrigens von Saichi Toyoda, dem Gründer von Toyota.
Warum wird mehr Ausschuss produziert? Weil M. nicht mehr gleich präzise arbeitet.
Warum arbeitet M. nicht mehr gleich präzise? Weil er unkonzentriert ist.
Warum ist er unkonzentriert? Weil er mit den Gedanken woanders ist.
Warum ist er mit den Gedanken woanders? Weil er unausgeschlafen ist.
Warum ist er unausgeschlafen? Weil er gestern noch lange mit seiner Frau gestritten hat.
Die Warum-Fragen können dazu beitragen, das Problem abzustellen. Ist man am Ende der Kausalkette angelangt, ergeben sich die nächsten Schritte. Hier in unserem ganz einfachen Beispiel sollte M. den Streit mit seiner Frau beenden.

3. Die 6-3-5-Methode

Die Kreativitätstechnik 6-3-5 steht für 6 Teilnehmer, 3 Ideen und 5 Mal weiterreichen.
Jeder Teilnehmer notiert auf einem Blatt Papier (eingeteilt in 3 Spalten und 6 Zeilen) drei Ideen, wobei die grundsätzliche Fragestellung auf allen 6 Blättern dieselbe ist. Dann wird das Blatt weitergegeben. Der Nachfolger ergänzt oder verfeinert die Ideen und gibt das Blatt weiter. So entstehen in kürzester Zeit 108 Ideen.
Um den Prozess zu verdeutlichen, hier ein Beispiel, ein neues Produkt soll lanciert werden:
Person 1 schreibt seine drei Ideen auf: Stuhl, Tisch, Nachttisch. Die 2. Person definiert in der Zeile darunter: drehbarer Stuhl, ausziehbarer Tisch und Nachttisch mit integrierter Leuchte. Die 3. Person konkretisiert weiter: drehbarer Stuhl auf Knopfdruck, ausziehbarer Tisch aus Marmor, Nachttisch mit integrierter Leuchte und Dimmfunktion. Und so weiter..

4. Die Walt-Disney-Methode

Bei dieser Methode wird die Fragestellung oder das Problem möglichst konkret formuliert und danach aus drei verschiedenen Rollen näher beleuchtet. Dieses Gedankenspiel kann alleine oder im Team durchgeführt werden, wobei hier die Rollen sollen auch immer mal wieder getauscht werden, so werden Stärken und Schwächen einer Idee sichtbar.
Der TRÄUMER hat eine Idee und geht davon aus, dass alles möglich ist. Der REALIST überprüft die Umsetzbarkeit und der KRITIKER sucht nach Stolpersteinen und Problemen in der Ausführung der angedachten Idee.
Mit dem Wechsel des Blickwinkels durch das Spielen von drei unterschiedlichen Rollen werden festgefahrene Denkstrukturen verlassen.

5. Die How-Wow-Now-Matrix

Will man verschiedene Ideen nach Originalität und Machbarkeit sortieren, gibt es eine einfache Möglichkeit. Mit der Gruppierung der Ideen in 4 Quadranten wird schnell aufgezeigt, welche Idee weiterverfolgt werden soll.
Man hat sich hier in der Praxis auf folgende Begriffe festgelegt:
HOW: Originelle Ideen, die in der Umsetzbarkeit aber eher schwierig sind
WOW: der Idealfall, originelle Ideen und erst noch gut umsetzbar.
NOW: sofort umsetzbare Ideen, die jedoch nicht sehr originell sind.
CIAO:  Ideen, die weder machbar noch originell sind und verworfen werden.
Ein hilfreiches Werkzeug, um aus der Fülle neuer Ideen die vielversprechendsten herauszufiltern.

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