Handlettering – die Kunst vom zeichnerischen Schreiben

Längst ist es kein neuer Trend mehr: Handlettering hat einen festen Bestandteil in der Schreibkunst. «Eine Mischung aus Kalligraphie und Typographie, dazu eine grosse Menge Kreativität und viel Üben» – so die kurze Umschreibung des Letterns.
Die wunderschönen geschwungenen Schriften sieht man überall, sei es auf Karten, Servietten, Textilien. Aber diese auch selbst so zu schreiben?

Die einen denken, wenn ich mir einen speziellen Stift kaufe, macht dieser das ganz von alleine… wieder andere fragen sich, ob das überhaupt möglich ist, so schreiben zu können. Zumal die eigene Handschrift vielleicht nicht die Schönste ist. Ja es ist lernbar und dies mit ganz einfachen Tipps und Tricks.

Wie kann ich mich inspirieren?

Mittlerweile gibt es viele Bücher im Fachhandel, aber auch auf Social Media findet man einiges an Material um die ersten Schreibversuche zu tätigen. Für fundierteres Wissen bieten sich Workshops bestens an. Denn bereits in kurzer Zeit erlernt man die wichtigsten Kniffe um diese Schönschrift zu erlernen. Gut gerüstet mit den Grundlagen kann man starten und zusätzlich – um Erlerntes zu vertiefen und Neues dazu zu lernen – weitere Workshops besuchen.

Es gibt 2 verschiedenen Arten diese Schrift zu schreiben. Die eine ist die Faux Calligraphy und wie es der Name bereits sagt, es ist die falsche Callygraphy. Denn bei dieser Technik arbeitet man mit ganz gewöhnlichen Faser-oder Filzstiften. Es können auch Bleistifte oder Farbstifte verwendet werden.
Die andere Variante ist das «lettern» mit einem Pinselstift, dem sogenannten Brushpen. Es gibt viele verschiedenen Brushpens zu kaufen. Da lohnt es sich vom Fachpersonal beraten zu lassen. Als gelernte Papeteristin liegt mir gutes Schreibmaterial am Herzen. Hier lohnt es sich wirklich hochwertiges Schreibmaterial zu kaufen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn dem Pinselstift bereits nach dem ersten Üben alle Haare abstehen…
Etwas haben alle Brushpens  gemeinsam, sie reagieren auf Druck. Wenn man Druck auf die Pinselspitze gibt, wird der Strich breiter. Nimmt man den Druck weg, entstehen ganz feine Linien. So entsteht die schön geschwungene Schrift, der klassischen Handlettering-Schrift. Mit dem Brushpen ist es wie mit einem Kugelschreiber – der eine liegt besser in der Hand und man schreibt schöner als mit dem Anderen. Aber das Ganze basiert auf Üben, Üben, Üben. Je mehr man übt, desto schöner und gleichmässiger werden die Schwünge.

Grenzenlose Kreativität ist garantiert

Seit über 4 Jahren bin ich am «Lettern» und noch immer bin ich am Lernen, um mich stetig zu verbessern. Und ich glaube, genau das ist das Schöne daran. Es gibt keine Grenze, wo man sagen kann: So nun kann ich es und gut ist. Überall sieht man neue Ideen, fast monatlich erscheinen neue Farben, Stifte und Papiere. Man braucht nicht viel um mit Schreiben zu beginnen. Hat dich jedoch das Handletter-Fieber gepackt…dann kommst du nicht darum, dir ein ganzes Lager an Stiften zu kaufen.

Es gibt so viele Möglichkeiten. Man kann zuerst einen Hintergrund aquarellieren, etwas zeichnen und danach darauf schreiben. Bei mir ist kein Gegenstand sicher – manchmal beschrifte ich Teller, Holzgestelle, Spiegel, Serviertabletts und natürlich auch Glückwunschkarten. Längst schon habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und gebe in meinem Atelier oder auswärts Workshops zum Thema Handlettering. An meine Workshops nehmen Kinder ab ca. 10 Jahren teil. Die älteste Teilnehmerin war 84 Jahre alt! Wenn sich die Corona-Massnahmen lockern, werden auch bald wieder Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene in allen Standorten der Pius Schäfler AG durchgeführt.

Ich freue mich jetzt schon und werde in der Zwischenzeit Neues ausdenken. Ganz nach meinem Motto: «Kreative Menschen haben überall Ideen herumliegen.»

Denise Stolz / www.kokosweiss.ch

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